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Carl Adolph Ritter (1794-1863)

zuletzt aktualisiert: 10.07.2007

Carl Adolph Ritter wurde am 5. März 1794 in Frankenstein in der Pfalz geboren. Er war Gutsbesitzer und Posthalter, ab 1830 auch Bürgermeister der Gemeinde. Als Mitglied des pfälzischen Landrates engagierte er sich im Pressverein und galt als einer der führenden liberalen Politiker in der Pfalz. 1832 nahm er am Hambacher Fest teil. Im Jahr darauf war er unter den Unterzeichnern der sog. „Knöbelschen Protestation“, mit der sich die pfälzischen Liberalen gegen die Bundesbeschlüsse vom 28. Juni 1832 wandten. Im Zusammenhang damit musste sich Ritter zeitweise nach Amerika absetzen, um einer Verhaftung zu entgehen. Bereits Mitte der 1830er Jahre war er allerdings wieder in Deutschland und beteiligte sich am Bau der ersten deutschen Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth.

Ende Mai 1849 trat er die Nachfolge Nicolaus Schmitts als Abgeordneter des Kaiserslauterer Wahlkreises in der Frankfurter Nationalversammlung an. Ritter stand der linksgerichteten Fraktion „Donnersberg“ nahe. Er gehörte dem Stuttgarter Rumpfparlament an und war anschließend im pfälzischen Aufstand aktiv. Um sich einer Verhaftung zu entziehen, floh er nach dem Scheitern der Revolution ein weiteres Mal nach Amerika. Doch bald nach der Einstellung des Strafverfahrens, das wegen seiner Tätigkeit als Adjunkt der provisorischen Regierung der Pfalz noch im Jahr 1849 gegen ihn eingeleitet worden war, kehrte Ritter nach Deutschland zurück und war in den 1850er Jahren am Bau der Ludwigsbahn und des Ludwig-Donaumainkanals beteiligt. Er starb am 13. August 1863 in Kaiserslautern. (ss)


Literatur:

  • Martin Baus: Ritter, Carl Adolph. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte der demokratischen und liberalen Bewegungen in Mitteleuropa (Bd. 2/Teil 1), hrsg. von Helmut Reinalter, Frankfurt a. M. 2005, S. 233.
  • Heinrich Best /Wilhelm Weege: Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1996, S. 281.