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Freiherr Heinrich Wilhelm August von Gagern (1799-1880)

zuletzt aktualisiert: 07.08.2007

Heinrich Wilhelm August von Gagern (1799-1880)
Freiherr Heinrich Wilhelm August von Gagern (1799-1880)

Heinrich Wilhelm August Freiherr von Gagern wurde am 20. August 1799 in Bayreuth geboren. Schon früh kam er im Kreise seiner Familie mit liberalem Gedankengut in Berührung, sein Vater Hans sowie sein Bruder Friedrich waren ebenfalls politisch engagiert. Heinrich von Gagern sah seine Zukunft zunächst in einer militärischen Laufbahn und wurde 1814 nassauischer Offizier. Als Unterleutnant war er am Kampf gegen Napoleon beteiligt. Ab 1816 erfolgte ein Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg, Göttingen und Jena. Bereits während seiner Studienzeit tat er sich mit liberalen Forderungen hervor: er war Mitbegründer der Urburschenschaft und vertrat in diesem Rahmen die Forderung nach einer liberalen Umgestaltung Deutschlands – als Zeichen seines Protestes legte er in dieser Zeit sein Adelsprädikat ab. 1820 trat von Gagern in den großherzoglich-hessischen Staatsdienst ein, seine Karriere führte bis zum Posten des Regierungsrates im Jahre 1829 steil bergauf. Von 1832 bis 1836 war Gagern Mitglied des hessen-darmstädtischen Landtags. Aufgrund seiner Position als Führer der liberal-oppositionellen Fraktion wurde er im Jahre 1833 aus dem Staatsdienst entlassen. Er zog sich auf sein rheinhessisches Landgut Monsheim zurück. 1847 wurde er erneut in den Landtag gewählt.

Im März 1848 wurde er erneut zum Ministerpräsidenten von Hessen-Darmstadt und am 19. Mai 1848 zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Er wurde außerdem Präsident des Reichsministeriums mit Sitz in Frankfurt, legte dieses Amt jedoch am 10. Mai 1849 nieder, nachdem die von ihm favorisierte kleindeutsche Erbkaiserverfassung am Widerstand des preußischen Königs gescheitert war. Zwei Wochen später schied er ganz aus der Nationalversammlung aus, da der Einfluss der linken Kräfte auf das Gremium immer größer wurde. Später revidierte er seine Meinung und setzte sich innerhalb des Reformvereins für eine „großdeutsche“ Lösung ein. In den Jahren 1864-72 wirkte er im Auftrag Hessen-Darmstadts als Diplomat in Wien, bevor er am 20. Mai 1880 in Darmstadt starb.(kh)


Literatur:

  • Gunter Hildebrand: Gagern, Heinrich Wilhelm Aug. Frh. v., in: Biographisches Lexikon zur Geschichte der demokratischen und liberalen Bewegungen in Mit-teleuropa (Bd. 2; Teil 1), hrsg. von Helmut Reinalter, Frankfurt a.M. 2005, S. 109f.
  • Günther Mick: Die Paulskirche, Darmstadt 21997, S. 356.