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Joseph Görres (1776-1848)

zuletzt aktualisiert: 21.08.2007

Joseph Görres
Joseph Görres (1776-1848)

Joseph Görres wurde am 25. Januar 1776 in Koblenz geboren. Schon während seiner Schulzeit begeisterte er sich für die Ziele und Reformen der Französischen Revolution. 1797 engagierte er sich in der cisrhenanischen Bewegung, die die Schaffung eines eigenen republikanischen deutschen Staates auf dem linken Rheinufer zum Ziel hatte. 1799/1800 war er für kurze Zeit Deputierter der rheinischen Republikaner in Paris. Er wandte sich jedoch bald enttäuscht von Napoleon ab. Von 1800 bis 1814 war Görres als naturwissenschaftlicher Lehrer in Koblenz tätig, unterbrochen von einer zweijährigen Anstellung als Dozent in Heidelberg. 1814 übernahm er die Redaktion der Tageszeitung „Rheinischer Merkur“, die sich gegen Napoleons Expansionspolitik wandte, aber auch gegen die Restauration und für die deutsche Einheit Stellung bezog. Das Blatt wurde 1816 verboten. Im Jahre 1819 musste er nach Veröffentlichung seiner Schrift „Teutschland und die Revolution“ nach Straßburg, später nach Aarau in der Schweiz, fliehen. 1821 erschien sein Werk „Europa und die Revolution“, das den baldigen Ausbruch einer Revolution in ganz Europa prophezeite. Auch dieses Buch wurde verboten.

Im Exil wandte sich Görres dem Katholizismus zu und vertrat zunehmend nationalistische Positionen, die auch von Antisemitismus nicht frei waren. 1827 wurde er von König Ludwig I. als Professor für Geschichte an die Universität München berufen und geadelt. Gleichzeitig entwickelte er sich zu einem der führenden Journalisten und Schriftsteller der neuen katholischen Bewegung in Deutschland. Joseph Görres starb am 29. Januar 1848. (kh)


Literatur:

  • www.whoswho.de
  • Deutsche biographische Enzyklopädie, hrsg. v. Rudolf Vierhaus, Band 4. 2., überarb. u. erw. Aufl. 2006.