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Otto Wels (1873-1939)

zuletzt aktualisiert: 22.10.2013

Otto Wels (1879-1939)
Otto Wels (1879-1939)

Otto Wels wurde am 15. September 1873 in Berlin geboren. Der gelernte Tapezierer saß seit 1912 als SPD-Abgeordneter im Reichstag und war in den Wochen der Novemberrevolution Stadtkommandant von Berlin gewesen. Seit 1919 war er Parteivorsitzender. Als die Regierung Hitler am 23. März 1933 über das Ermächtigungsgesetz abstimmen ließ, trat Otto Wels trotz des nationalsozialistischen Terrors vor und während der Abstimmung – viele SPD-Abgeordnete und die gesamte KPD-Fraktion waren mit Gewalt an der Teilnahme gehindert worden – ans Rednerpult und erklärte, daß seine Partei als einzige gegen die faktische Selbstentmachtung des Parlamentes stimmen werde. Es war die letzte freiheitliche Rede, die bis zum Ende der NS-Zeit von einem deutschen Parlamentarier gehalten wurde; sie gipfelte in den Worten: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!“. Nach der Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit und dem Verbot der SPD ging Wels wenige Monate später nach Frankreich ins Exil, wo er am 16. September 1939 starb. (ss)