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Caroline Böhmer geb. Michaelis (1763-1809)

zuletzt aktualisiert: 05.02.2009

Caroline Böhmer (1763-1809)
Caroline Böhmer (1763-1809)

Caroline Böhmer war eine der "Göttinger Universitätsmamsellen", die sich zur Zeit der Mainzer Republik (1792/93) in Mainz aufhielten und mit Georg Forster in Verbindung standen. 1763 geboren, war sie die Tochter des Göttinger Orientalisten Johann David Michaelis. Sie erhielt eine gute Ausbildung und übernahm für ihren Vater früh das Abschreiben und Übersetzen von Texten. Auch darüber hinaus erhielt sie im Elternhaus viele geistige Anregungen. 1784 heiratete sie den Bergarzt Dr. Wilhelm Böhmer, zog mit ihm nach Clausthal und gebar drei Kinder. Ihr Mann verstarb 1788, auch zwei ihrer Kinder starben kurz darauf. 1792 nahm sie die Einladung ihrer Jugendfreundin Therese Forster geb. Heyne (ebenfalls eine der Göttinger Professorentöchter) an und reiste nach Mainz. Hier erlebte sie den Einmarsch der französischen Revolutionstruppen von General Custine im Oktober 1792 und die darauf folgenden politisch aufregenden Monate, in denen der Mainzer Jakobinerclub fast täglich Sitzungen abhielt, Georg Forster zu einem der führenden Köpfe des Clubs wurde und die Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent stattfanden. Als sich der Belagerungsring der preußischen und österreichischen Truppen im Frühjahr 1793 um Mainz schloss, versuchte Caroline Böhmer mit ihrer Tochter in einer Kutsche zu fliehen, wurde jedoch verhaftet und in die Festung Königstein gebracht. Ihr jüngerer Bruder sowie die Brüder Schlegel erreichten ihre Freilassung. Zu dieser Zeit war sie von einem Franzosen schwanger; das Kind starb jedoch im Säuglingsalter. Caroline ging eine Vernunftehe mit dem Literaturwissenschaftler August Wilhelm Schlegel ein, arbeitete mit ihm u.a. an seinen Shakespeare-Übersetzungen und war der Mittelpunkt des "Jenaer Kreises" der Romantiker. Nach der Scheidung von Schlegel heiratete sie den zwölf Jahre jüngeren Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Sie verstarb 1809, erst 46 Jahre alt, an der Ruhr.


Quelle: 2000 Jahre Mainz - Geschichte der Stadt digital