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Friedrich Carl Wallau (1823-1877)

zuletzt aktualisiert: 13.08.2009

von Florian Ferrebeuf

Friedrich Carl Wallau (1823-1877)
Friedrich Carl Wallau (1823-1877)

Der Drucker Carl Wallau wurde am 8. August 1823 als Sohn eines Weinwirts in Mainz geboren. Nach einer Lehre bei Johann Wirth, in dessen Druckerei u.a. die zu dieser Zeit stark politisierte Karnevalszeitung "Narrhalla" erschien, begann er um 1843, seine beruflichen Kenntnisse im Ausland zu erweitern. Nach einem Aufenthalt in London traf er im Juni 1847 in Brüssel ein und lernte dort Karl Marx und Friedrich Engels kennen. Wallau wurde Mitglied des Bundes der Kommunisten und ging bei Ausbruch der Februarrevolution gemeinsam mit anderen Mitgliedern nach Paris. Hier wurde er ins Zentralkomitee des Vereins gewählt. Kurz darauf entsendete man ihn nach Mainz, wo er am 26. März 1848 den ersten Arbeiterbildungsverein gründete, dessen Präsident er gleichzeitig wurde. In einem Aufruf vom 5. April forderte er die deutschen Arbeiter dazu auf, im ganzen Land Vereine dieser Art zu gründen. Daneben beteiligte sich Wallau an der Gründung des Demokratischen Vereins. Mit dem Kauf einer kleinen Presse machte er sich selbstständig und war somit in der Lage, selbst revolutionäre Dokumente zu drucken. Im Sommer 1849 schloss er sich dem Aufstand in Baden und der Pfalz an und saß zusammen mit Ludwig Bamberger und Franz Zitz des rheinhessischen "Provinzialkomitees", wo er allerdings kaum in Erscheinung trat.


Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde er zwar im Rahmen der Zweibrückener Hochverratsprozesse in Abwesenheit zum Tode verurteil, da das für Rheinhessen zuständige Mainzer Assisengericht ihn jedoch freisprach, konnte er unbehelligt in seine Heimatstadt zurückkehren. Im November 1850 war er Wahlmann der dritten Abteilung bei der indirekten Wahl zum hessischen Landtag, doch während der Restaurationszeit zog er sich weitgehen aus der Politik zurück. Wallau betrieb eine sehr erfolgreiche Druckerei und wurde 1862 Präsident des Mainzer Karnevalsvereins. Drei Jahre später trat er in die Deutsche Volkspartei ein, die damals sehr eng mit der Mainzer Sektion des Internationalen Arbeiter-Association zusammenarbeitete. Nachdem er 1871 erstmals in den Mainzer Stadtrat gewählt worden war, wurde er im Jahr darauf Bürgermeister und 1877 schließlich Oberbürgermeister. Für seine Verdienste in diesem Amt erhielt Wallau das Ritterkreuz 1. Klasse des hessischen Philippsordens. Er starb am 7. Juli 1877 in Mainz.


Literatur:

  • Josef Heinzelmann: Mainz und die soziale Frage in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zum 100. Todestag von Oberbürgermeister Wallau und Bischof Ketteler. Katalog zur Ausstellung im Rathaus-Foyer, Mainz, 1977.