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Glossar

Antisemitismus
Definition:

Feindseligkeit gegen Juden, die sich in Europa immer wieder in der Verleumdung, Diskriminierung, Vertreibung und Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens und/ oder jüdischer Abstammung niedergeschlagen hat. So alt das dahinter stehende Feindbild ist, so oft haben sich seine Motive gewandelt; sie waren und sind z.B. religiöser, wirtschaftlicher, politischer oder rassistischer Art. Im Mittelalter kam es nicht zuletzt aufgrund der kirchlichen Ablehnung der Juden zur Entstehung der Ghettos und zu Pogromen. Arbeitsverbote vertieften die Kluft zwischen der jüdischen und der christlichen Bevölkerung. In der Französischen Revolution wurde erstmals das Prinzip der Gleichberechtigung aller – auch der jüdischen – Bürger festgeschrieben und bald darauf in den eroberten Gebieten durchgesetzt. Obwohl nach dem Ende der napoleonischen Kriege vielerorts wieder diskriminierende Bestimmungen in Kraft traten, schritt die rechtliche Gleichstellung der Juden im Lauf des 19. Jahrhunderts voran. Als Reaktion darauf entstand der moderne Antisemitismus. Er wandelte sich zu einer politischen Ideologie, die pseudowissenschaftliche, vor allem rassistische Theorien in sich aufnahm. In dieser Form bildete er ein Kernelement des Nationalsozialismus, der den Massenmord an den europäischen Juden plante und in die Tat umsetzte.

Arbeiterbildungsverein

Die Arbeiterbildungsvereine wurden um 1830 als Selbsthilfeorganisationen der stetig wachsenden Klasse von Arbeitern und Handwerkern in Deutschland gegründet. Sie setzten sich für mehr politische Mitbestimmung und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Betroffenen ein. Die ersten Vereine dieser Art hatten ihren Sitz noch im Ausland, da es in Deutschland keine Versammlungsfreiheit gab. Starken Auftrieb erhielten sie durch das Hambacher Fest, doch erst während der Revolution von 1848/49 traten sie als politische Institutionen auf. Die verschiedenen Dachorganisationen der deutschen Arbeitervereine nahmen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrunderts mehr und mehr den Charakter von modernen Parteien an. So gilt der von Ferdinand Lassalle gegründete „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein“ (1863) als Vorläuferorganisation der SPD. Obwohl sie immer wieder verboten wurden, blieben die Arbeitervereine bis ins 20. Jahrhundert fester Bestandteil des sozialdemokratischen Milieus.

Arrondissement

Arrondissements sind die Unterabteilungen der französischen Départements. Als Verwaltungseinheit entsprechen also in etwa den deutschen Kreisen und Stadtbezirken. Verwaltet wird ein Arrondissement durch einen Unterpräfekten, die Hauptstadt wird Unterpräfektur genannt.

Befreiungskriege (1813-15)

Als Befreiungskriege bezeichnet man die Kampfhandlungen der Jahre 1813-15, die zur Beendigung der napoleonischen Herrschaft in Europa führten. Nach Napoleons gescheitertem Rußlandfeldzug bildeten Rußland, Preußen, Schweden, Österreich und England eine Allianz, der es gelang, die Reste der Grande Armée vor sich her zu treiben. Das entscheidende Ereignis war die Völkerschlacht bei Leizpzig (1813). In Deutschland hatten die Befreiungskriege weitreichende Bedeutung für die Bildung eines (oft antifranzösisch gefärbten) Nationalgefühls.

Binnenzoll

Zoll im Inneren eines Staatsgebietes. Deutschland war seit dem Mittelalter nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich zersplittert, da jeder der zahlreichen deutschen Teilstaaten das Recht hatte, Abgaben auf Waren zu fordern, die seine Grenzen passierten. Dies behinderte den Warenverkehr erheblich. Die Forderung nach einem einheitlichen Binnenmarkt war einer der Punkte, an denen sich wirtschaftlicher und politischer Einigungswille berührten. Es kam zur Gründung des Deutschen Zollvereins (1834), der die Einheit Deutschlands auf wirtschaftlichem Gebiet in mancher Hinsicht vorwegnahm.

Burschenschaft

Burschenschaften sind ein Typus von Studentenverbindung, der in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufkam. Zuvor waren die Studenten je nach ihrer gemeinsamen regionalen Herkunft in „Landsmannschaften“ organisiert, die sich durch ihren eher unpolitischen Charakter auszeichneten. Nachdem viele Studenten während der Befreiungskriege gemeinsam als Freiwillige gedient und sich mit nationalen Idealen identifiziert hatten, galt ihnen dieses landsmannschaftliche Prinzip als veraltet. Die Jenenser „Urburschenschaft“ (1815) verstand sich, getreu ihrem Motto „Ehre, Freiheit, Vaterland“, als ein Zusammenschluß freiheitlich gesinnter Patrioten. Ihre betont deutschnationale Ausrichtung schloss jedoch die Solidarität mit anderen europäischen Einigungsbewegungen mit ein. Nachdem ihr wichtigstes programmatisches Ziel, die Einheit Deutschlands, nach der Reichseinigung (1871) als erreicht gelten konnte, wurden sie allerdings mehr und mehr mit übersteigertem Nationalismus, Antisemitismus sowie Fecht- und Trinkritualen in Verbindung gebracht.

Casino (Fraktion)

Die größte Fraktion in der Frankfurter Nationalversammlung, benannt nach ihrem Hauptversammlungsort, dem Frankfurter „Club de Casino“. Die Fraktion war ein Sammelbecken für liberale Abgeordnete, die keine Republik, sondern eine konstitutionelle Monarchie mit dem preußischen König an der Spitze anstrebten. Das Casino gilt auch als „rechtes Zentrum“ der Nationalversammlung. Viele seiner Mitglieder stammten aus dem Großbürgertum, waren also Professoren, Beamte oder Industrielle. Prominente Vertreter des Casinos waren der Parlamentspräsident Heinrich von Gagern, Friedrich Daniel Bassermann und Carl Theodor Welcker.

Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.


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